Betäubungscreme – mildert Schmerzen rasch

Betäubungscreme – mildert Schmerzen raschBei einer Betäubungscreme handelt es sich um ein lokales Anästhetikum, das auf der Haut, also ausschließlich äußerlich, angewandt wird. Zudem gibt es verschiedene Betäubungscremes, die in der Mundhöhle oder aber im Genitalbereich zum Einsatz kommen können. Auf diese Weise wird das Schmerzempfinden, welches im Gehirn angesiedelt ist, für diesen Bereich außer Kraft gesetzt. So kann etwa bei Tätowieren, dem Stechen eines Piercings, nach einem Tritt vor das Schienbein beim Fußball oder auch beim Waxing die Betäubungscreme eingesetzt werden, um die Schmerzempfindlichkeit der Haut zu senken oder einen bereits bestehenden Schmerz zu mildern. Nein, die Betäubungscreme gehört nicht zwangsläufig in eine Hausapotheke. Wer aber etwa Fußballer im Hause wohnen hat oder Kinder, die dazu neigen, sich öfters recht intensiv zu stoßen, mit dem Fahrrad, Inlinern oder dem Skateboard zu stürzen, kann es von Vorteil sein, diese Creme im Kühlschrank zu wissen.

Die unterschiedlichen Anwendungsbereiche der Betäubungscreme

Die meisten Menschen denken bei dem Begriff „Betäubungscreme“ gleich an Fußball und die Schwalbe, die der Stürmer hingelegt hat. Doch natürlich sind es nicht nur die Fußballer, die ab und an einen bösen, schmerzhaften Sturz erleben. Auch beim Fahrradfahren, Inline- / Rollschuhfahren und auch dem Skateboardfahren kommt es öfters einmal zu Stürzen, die im Anschluss eine Behandlung mit einem Betäubungsspray, einer Betäubungscreme oder einem Betäubungsgel notwendig machen. Das ist grundsätzlich kein Problem, da es nun einmal Sportarten gibt, bei denen das Verletzungsrisiko ein wenig höher liegt als bei anderen. Doch reagiert jeder Mensch unterschiedlich auf Schmerzeinwirkung, sodass es gerade in diesen Sportarten sinnvoll sein kann, dass man auf Nummer sicher geht und ein leichtes Anästhikum zur Hand hat.

Andere Präparate sind ausschließlich in der Mundhöhle zu verwenden. Sie können eingesetzt werden, wenn das Baby zahnt, man einen größeren Eingriff im Mund / an den Zähnen hatte und die Schmerzen ein wenig abgemildert werden sollen, ohne das Schmerzmittel oral eingenommen werden müssen. Insbesondere bei zahnenden Kindern ist dies eine wichtige Vorgehensweise. Deshalb schmeckt die Betäubungscreme für das Zahnfleisch auch leicht minzig, damit es von den Kindern besser akzeptiert wird. Doch nicht nur Creme, auch ein Betäubungsspray kann hier eingesetzt werden. Gerade für Personen, die absolut berührungsempfindlich sind, ist das Spray von Vorteil. Das Bananenaroma ist allerdings nicht jedermanns Sache.

Etwas ganz anderes: Das medizinische Gleitgel

Dieses Gel wird tatsächlich ausschließlich zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Mit seiner Hilfe ist es möglich, Blasenkatheter oder Beatmungsschläuche oder Schläuche zur Magenspiegelung und ähnliches leicht und schmerzfrei einzuführen. Es verfügt über eine sehr schnelle Wirksamkeit.

Und wie funktioniert das mit der Betäubung?

Bei den meisten Betäubungscremes ist es nach dem Auftragen notwendig, rund 20 Minuten zu warten, bis sich eine spürbare Wirkung einstellt. Dies ist natürlich auch vom Zustand des Patienten abhängig. Ist er hochgradig aufgeregt oder durch eine aktive Durchführung einer Sportart recht angespannt, kann es auch einmal einige Minuten länger dauern. In der Arztpraxis etwa kann es durch die Anwendung dieser Creme, etwa vor dem Blutabnehmen oder eines kleinen, örtlichen Eingriffs, zu entsprechender Wartezeit kommen. Wer weiß, dass er vermutlich eine Betäubung dieser Art bedarf, kann sich von Anfang an auf die Wartezeit einstellen. Gerade bei Patienten, die Angst vor Nadeln haben, ist dies oftmals eine sehr gute Option, um dem Patienten zu zeigen, dass Nadeln, Spritzen und ähnliches gar nicht so schlimm sind.

Besonders schnell sind die Varianten zur Anwendung in der Mundhöhle bzw. im Genitalbereich. Sicherlich muss man auch die eine oder andere Minute warten. Dennoch sprechen die Fachleute von einer sofortigen Wirkung, was in diesem Wirkungsbereich auch wünschenswert ist.

Betäubungscreme aus der Apotheke?

Es ist korrekt – Betäubungscreme ist in der Apotheke vollkommen rezeptfrei erhältlich. Dennoch ist sie als apothekenpflichtig eingestuft, kann also nicht in Drogerien oder Supermärkten gekauft werden. Online-Apotheken sind aber als Bezugsquelle ebenso möglich wie jede niedergelassene Apotheke. Möchte man sie für den äußerlichen Gebrauch zur Verfügung haben, ist es also kein Problem, sie zu erwerben. Allerdings wird von Ärzten und Apothekern dazu geraten, dass man bei einer längerfristigen Anwendung auf jeden Fall Rücksprache mit ihnen halten sollte. So können eventuelle Nebenwirkungen abgeklärt werden. Aber das versteht sich ja von selbst.

Die Wirkungsweise einer Betäubungscreme

Der Effekt, der durch die Anwendung einer Betäubungscreme entsteht, geht von ihren Bestandteilen aus. Die herkömmlichen Produkte enthalten als primären Wirkstoff Lidocain oder Prilocain. Hierbei handelt es sich um Wirkstoffe, die die Rezeptoren blockieren, die die Schmerzempfindung zum Gehirn weiterleiten. Unter anderem erleichtert diese Wirkungsweise die Durchführung von kleinen Beauty-Eingriffen. Hierzu zählt unter anderem das Waxing, das Setzen von Piercings und natürlich dem Stechen von Tattoos. Der große Vorteil der Betäubungscreme ist, dass weder eine Injektion mittels einer Spritze / Nadel gesetzt, noch ein Tablette, Kapsel oder ähnliches geschluckt werden muss. Es handelt sich um eine reine örtliche Betäubung, die individuell sehr fein begrenzt werden kann. Für gewöhnlich gibt es bei diesen beiden Wirkstoffen kaum Nebenwirkungen. Aufgrund des begrenzten Einsatzes und der erprobten Wirkstoffe gilt sie als sehr sicher.

Natürlich stellt sich die Frage, wie lange die betäubende Wirkung anhält. Diese ist je nach Produkt unterschiedlich. Einige wirken gerade einmal für 15 Minuten. Andere, die unter anderem im Tattoostudio eingesetzt werden, können bis zu 45 Minuten die Schmerzreaktion blockieren. Die herkömmliche Creme zeigt eine Wirkung von 1,5 Stunden nach Ablauf der 20-minütigen Einwirkungszeit auf.

Die medizinischen Cremes, die vor allem in Arztpraxen und Krankenhäusern zum Einsatz gebracht werden, weisen die längste Wirkungsdauer auf. Sie liegt bei 5 Stunden und sogar mehr. Selbstverständlich könnten diese auch bei langen Tattoositzungen genutzt werden. Je länger das Stechen eines Tattoo dauert, desto stärker kann die Schmerzreaktion des Klienten ausfallen. So ist es eine sinnvolle Entscheidung, die langanhaltende Creme zu nutzen. Natürlich kann sie die eigentliche Druckempfindung nicht überbrücken. Aber dennoch wird die Anwendung relativ schmerzfrei sein.

Grundsätzlich gilt, dass Alter, Fläche der zu behandelnden Haut sowie die allgemeine Schmerzempfindlichkeit des Patienten über die Wirkung entscheiden.  Jedoch sollte man bedenken, dass man während eines Eingriffs oder der eigentlichen Hautbehandlung nicht nachdosieren kann.

Die einzelnen Wirkstoffe

Die Wirkstoffe können in unterschiedlicher Form verarbeitet werden:

  • Lidocain und Prilocain in Kombination: In den meisten Rezepturen werden beide zu gleichen Teilen eingesetzt. Insbesondere das Prilocain ist vielseitig anwendbar. Achten Sie beim Kauf auf die Dosierung.
  • Lidocain als Einzelwirkstoff: Bei Lidocain handelt es sich um ein weit verbreitetes Anästhetikum, dass unter anderem häufig beim Zahnarzt zum Einsatz gebracht wird. Deshalb findet es sich auch in jedem Mundspray, das zur Betäubung eingesetzt werden soll. Sie werden es aber auch in jeder anderen Arztpraxis für eben die lokale Anwendung finden.
  • Lidocainhydroclorid: In Betäubungslösungen, aber auch in Betäubungsgel werden wir diesen Wirkstoff finden. Er besteht aus Lidocain und Hydrochlorid. Aufgrund des Salzes weist er eine gute Löslichkeit auf. Daher wird er gerne in Präparaten eingesetzt, die im Genitalbereich oder im Bereich der Rachen- und Mundschleimhäute eingesetzt.

Nebenwirkungen, groß- oder kleingeschrieben?

Es ist korrekt, wenn man sagt, dass Lidocain ein erprobtes Präparat ist, dass seit Jahren erfolgreich im medizinischen, aber auch in diesem Bereich erfolgreich eingesetzt wird. Auch ist es korrekt, dass nur die wenigsten Menschen zur Entwicklung einer Nebenwirkung tendieren. Dennoch kann folgendes auftreten:

  • Rötung
  • Hautausschlag
  • Juckreiz
  • Schwellung
  • Geringe Einlagerung von Wasser
  • Kribbeln des behandelten Bereichs

Egal, wie Sie die Betäubungscreme anwenden wollen, probieren Sie sie erst an einem kleinen Hautstück aus, bevor Sie sie großflächig anwenden.

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